Hast du dich schon einmal gefragt, ob du an Vitamin D Mangel leidest? Oder war gar dein Vitamin D Spiegel bei der letzten Blutuntersuchung wieder einmal im Keller?

Die Wahrscheinlichkeit für eine unzureichende Versorgung mit Vitamin D ist durchaus hoch:

Laut Robert-Koch-Institut sind ca. 38 % der Erwachsenen in Deutschland von einem Vitamin-D-Mangel betroffen.

Da Vitamin D vorwiegend mit Hilfe von Sonnenlicht in unserer Haut hergestellt wird, leiden viele speziell im Winter an Symptomen wie Müdigkeit oder Haarausfall. Grund genug, dieses Thema näher zu erläutern.

1. Was ist Vitamin D und wie wird es aufgenommen?

Vitamin D zählt zu den fettlöslichen Vitaminen. Es ist unter anderem für

  • starke Knochen,
  • den Zellzyklus,
  • das Immunsystem,
  • für Gehirn und Nerven und
  • das generelle Wohlbefinden

von essentieller Bedeutung.

Nicht umsonst wird Vitamin D als Sonnenvitamin bezeichnet, denn zwischen 80 - 90 % unseres Vitamin D Bedarfs können wir selbst mit Hilfe von Sonnenlicht herstellen [1]. Für diesen Vorgang sind wir auf UVB-Licht (also UV-Strahlung im Wellenlängenbereich 2800 -0 3150 nm) angewiesen.

So produziert unser Körper Vitamin D

Vitamin D Aufnahme über die Sonne

Wie der Körper Vitamin D produziert

Trifft Sonnenlicht auf unsere Haut, kann dort aus einer Vorstufe des Vitamins (7-Dehydrocholesterol) zunächst Prävitamin D3 entstehen.

Dieses wird in einem zweiten Schritt in Vitamin D3 umgewandelt und gelangt anschließend ins Blut, wo es an einem Vitamin D-bindenden Protein zur Leber transportiert wird [2].

Ein Teil muss zugeführt werden

Durch diesen Prozess wird jedoch nicht unser gesamter Vitamin D Bedarf gedeckt. 10 - 20 % des Vitaminbedarfs muss durch äußere Zufuhr von

  • Lebensmitteln oder
  • Nahrungsergänzungsmitteln

erfolgen.

Diese zusätzliche Aufnahme von Vitamin D ist so wichtig, dass zB Milch in den USA [3]oder mittlerweile auch einige vegane Lebensmittel wie Mandeldrinks bei uns mit Vitamin D angereichert sind.

2. Welche Vitamin D Arten gibt es?

Da Vitamin D, je nachdem in welcher Form es vorliegt, unterschiedliche Bezeichnungen hat, kann das schnell zu Verwirrung führen.

Wenn man in Deutschland von Vitamin D spricht, ist meistens Vitamin D3 gemeint, denn Vitamin D3 ist die natürlich vorkommende Form in unserem Körper.

Alle anderen Nummerierungen (also Vitamin D1, D2, D4 und D5) werden entweder künstlich hergestellt oder entstehen - wie zum Beispiel das Vitamin D2 - mit Hilfe von Sonnenlicht in einigen Pilzarten.

Grundsätzlich wird

  • Vitamin D2 eher als pflanzliches und
  • Vitamin D3 eher als tierisches

Vitamin angesehen.

Mit Hilfe von bestimmten Flechtenarten, wie in den COSPHERA Vitamin D3 Tropfen ist es gelungen, Vitamin D3 auch als vegane Variante herzustellen

Welches Vitamin D ist am besten?

Als Nahrungsergänzungsmittel kann man Vitamin D in Form von

  • Vitamin D2 (Ergocalciferol) oder
  • Vitamin D3 (Cholecalciferol)

zu sich nehmen.

Vitamin D3 hat erhebliche Vorteile gegenüber Vitamin D2!

Bereits 2006 konnte im Rahmen einer Publikation in der wissenschaftlichen Zeitschrift "The American journal of clinical nutrition" gezeigt werden, dass die Einnahme von Vitamin D3 erhebliche Vorteile im Vergleich zu Vitamin D2 hat [4]. Martineau et al. konnten 2019 in einer Studie zeigen: die Einnahme von Vitamin D3 erhöht den Calcitriol-Spiegel stärker (aktive Form von Vitamin D) als eine vergleichbare Supplementierung mit Vitamin D2 [5].

Das hat folgenden Grund: Vitamin D3 ist

  • stabiler und zudem
  • stärker an das Vitamin D-bindende Protein gebunden.

Je stärker das Vitamin an dieses Protein binden kann, desto höhere Mengen können über den Blutkreislauf zu Leber und Niere gelangen und in die aktive Form umgewandelt werden.

Vitamin K2

Oft wird Vitamin D3 zusätzlich mit Vitamin K2 eingenommen, da Vitamin K in vielen Stoffwechselvorgängen die Funktion von Vitamin D unterstützt.

Dieser Effekt ist bislang jedoch nur eine theoretische Annahme, denn in Studien konnte nicht ausreichend gezeigt werden, dass die gemeinsame Einnahme der beiden Vitamine den Zustand der Knochen signifikant verbessert, als die alleinige Einnahme von Vitamin D [6].

Vitamin D2000

Verwirrend kann die Bezeichnung "Vitamin D2000" sein, denn damit ist keine Unterform des Vitamins, sondern die Dosierung gemeint.

Hier noch einmal die Arten von Vitamin D zusammengefasst:

Vitamin D3
  • Wird in unserem Körper gebildet
  • Erhöht am besten den Calcitriol-Spiegel
  • Oft in tierischen Lebensmitteln enthalten
  • Beste Form für Supplementierung
  • Stabile Form
Vitamin D2
  • Kommt oft in Pilzen vor
  • Untergeordnete Rolle bei der Supplementierung
  • Eher instabile Form
Vitamin D3K2
  • Zusatz von Vitamin K zu Vitamin D
  • Theoretisch hilfreich bei zusätzlichem Vitamin K-Mangel
  • In Studien noch keine Überlegenheit zu Vitamin D alleine gezeigt
Vitamin D 2000 IE
  • Gibt Menge von Vitamin D in Präparaten an
  • Täglich 800 IE empfohlen -> deckt Bedarf für mindestens 2 Tage

3. Welche Wirkung hat Vitamin D?

Stärkt die Knochen

Vitamin D fördert die Aufnahme von Kalzium im Darm und anschließend den Einbau von Kalzium und Phosphat in den Knochen.

Dieser Einbau wird Mineralisierung des Knochens genannt und sorgt dafür, dass der Knochen

  • stark und fest wird und dementsprechend
  • nicht so leicht brechen kann, wie in der 2019 veröffentlichen Metaanalyse von Bischoff-Ferrari beschrieben wird [9].

Neben dem Knochen wird durch Vitamin D zusätzlich auch die Muskulatur gestärkt.

Gut fürs Immunsystem

Darüber hinaus konnte in Studien gezeigt werden, dass Vitamin D einen großen Einfluss auf unser Immunsystem hat. Damit schützt eine ausreichende Vitamin D Versorgung vor

  • Infektionskrankheiten oder
  • Autoimmunkrankheiten.

In einer Studie die 2017 veröffentlicht wurde, konnte zudem gezeigt werden, dass die Einnahme von Vitamin D auch auf das Auftreten von allergischer Rhinitis oder Asthma positive Auswirkungen hat [10].

Schützt die Nerven

Von den zahlreichen positiven Auswirkungen des Sonnenvitamins ist auch das Nervensystem betroffen. Vitamin D

  • schützt die Nervenzellen (zum Beispiel vor Multipler Sklerose) und
  • kann das Risiko für die Entstehung einer Demenz reduzieren.

Schützt die Zellen

Schon lange hat man vermutet, dass auch die Entstehung von Krebserkrankungen bei ausreichendem Vitamin D Gehalt vermindert wird, ebenso auch deren Verbreitung (also Metastasierung) im Körper.

Gut fürs Herz

Ein weiterer wichtiger Wirkungsansatz des Vitamins ist das Herz-Kreislaufsystem, denn es konnte gezeigt werden, dass Vitamin D

  • das Überleben von Patienten mit koronarer Herzkrankheit verbessert und
  • positive Auswirkungen auf den Blutdruck

hat.

Positive Wirkung auf die Insulinausschüttung

Bezogen auf Diabetes kann das Sonnenhormon mit einer Risikoreduktion strahlen, da es die Insulinausschüttung positiv beeinflussen kann.

Für Frauen

Interessant für Frauen ist die Eigenschaft von Vitamin D, da sowohl die Fruchtbarkeit als auch der Verlauf der Schwangerschaft positiv beeinflusst werden.

Auch die Psyche profitiert

Neben all diesen Wirkungen, die sich auf unseren Organismus beziehen, geht man auch von einem großen Einfluss auf die Psyche aus.

4. Habe ich einen Vitamin D Mangel?

Symptome von Vitamin D Mangel

Vitamin D Mangel erkennen

Vitamin D gehört zu den essentiellen Nährstoffen, das bedeutet, dass es für unseren Organismus lebensnotwendig ist und wir es nicht in ausreichender Menge selbst herstellen können.

Da in unseren Breitengraden im Winter nicht genug UV-B Licht auf unsere Hautoberfläche trifft, ist ein Vitaminmangel stark verbreitet.

Welche Symptome hat man bei einem Vitamin D Mangel?

Körperliche Symptome

Wenn man verstanden hat, welche wichtige Wirkung Vitamin D auf unsere Gesundheit hat, kann man sich die Symptome eines Vitamin D Mangels leicht erschließen.

Viele Menschen mit einem Vitamin D Mangel leiden demnach an einer Infektanfälligkeit, werden also immer wieder krank oder wochenlang nicht wirklich gesund, sobald sie beispielsweise erkältet sind. Auch im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie konnten Forscher herausfinden, dass eine ausreichende Vitamin D Versorgung vor einer Infektion der Atemwege schützen kann [11]. In diesem Zusammenhang hat das Vitamin nochmals erheblich an Bedeutung gewonnen.

Außerdem kann der Knochen nicht adäquat mineralisiert werden, was zur Folge hat, dass es leichter zu Knochenbrüchen kommen kann. Das ist gerade für ältere Menschen ein enormes Problem, da

  • das Sturzrisiko mit dem Alter steigt und
  • man sich dann auch schlechter von einem Knochenbruch erholen kann.

Vor allem Frauen haben aufgrund ihres Hormonhaushaltes das Problem, dass der Knochen mit der Zeit an Festigkeit verliert. Außerdem leiden viele Menschen mit Vitamin D Mangel unter Muskel- und Gliederschmerzen. Demnach weist die Deutsche Gesellschaft für Ernährung in einem Positionspapier darauf hin, dass vor allem Sportler einen hohen Vitamin D Bedarf haben [12] [13].

Eine weitere wichtige Folge eines Vitamin D Mangels, die in letzter Zeit immer mehr im Fokus stand, ist das Übergewicht. Demnach scheint eine ausreichende Vitamin D Versorgung einerseits das Hungergefühl zu bremsen und andererseits die Fettzellen über Signalwege zur Fettverbrennung zu stimulieren.

In einer Studie konnten die Probanden wesentlich erfolgreicher abnehmen, wenn sie zusätzlich Vitamin D zu sich genommen haben [13] [14]. In diesem Zusammenhang hat Vitamin D auch einen Einfluss auf unseren Blutzuckerspiegel, wodurch bei einem Mangel das Risiko zur Entstehung eines Diabetes Typ 2 erhöht wird. [16]

Oft kann sich ein Vitamin D Mangel aber auch in Form von Haarausfall äußern.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass Vitamin D den Haarzyklus beeinträchtigt und für einen reibungslosen Übergang der einzelnen Wachstumsphasen der Haarfollikel sorgt.

Ein ähnlicher Zusammenhang besteht zwischen Vitamin D und der Zellerneuerung der Haut. Ein schönes, gesundes Hautbild kann nur dann entstehen, wenn die Hautzellen ständig erneuert werden und ein reibungsloser Zyklus dieser Zellerneuerung durch eine ausreichende Vitaminversorgung gewährleistet ist.

Außerdem ist Vitamin D wichtig für die Schutzfunktion der Haut, wirkt entzündungshemmend und hat Einfluss auf die Wundheilung. Das zeigt, wie sehr ein gutes Hautbild auf die Vitamin D Versorgung angewiesen ist. Mögliche Folgen einer Mangelsituation können dann Akne und Hautunreinheiten sein oder sogar Neurodermitis oder Psoriasis (Schuppenflechte).

Psychische Symptome

Ein ausgeprägter Vitamin D Mangel kann die Ursache für eine chronische Müdigkeit oder sogar Depression sein [17]. Biochemisch wird eine Depression durch das Ungleichgewicht bestimmter Botenstoffe wie

  • Serotonin,
  • Dopamin und
  • Noadrenalin

erklärt.

Da Vitamin D wichtig für die Regulation dieser Botenstoffe ist, kann ein Vitamin D Mangel zu einem Ungleichgewicht der Botenstoffe führen.

Außerdem konnte in vielen Studien gezeigt werden, dass Patienten mit einer Depression alleine durch die Gabe von Vitamin D eine große Verbesserung der Stimmung und des Antriebs verspürten. Auch das Konzentrationsvermögen ist bei einem Vitamin D Mangel beeinträchtigt, da auch das Gehirn auf eine ausreichende Vitamin D Versorgung angewiesen ist.

Vitamin D Mangel bei Kindern

Kinder bekommen im ersten Lebensjahr Vitamin D als Rachitisprophylaxe. Rachitis ist eine Krankheit, die besonders häufig bei Säuglingen aufgrund eines Vitamin D Mangels auftritt und zu einer Erweichung und Verformung der Knochen führt.

Säuglinge sollten nicht der direkten Sonne ausgesetzt werden, da ihre Haut noch sehr empfindlich auf äußere Einflüsse reagiert. Andererseits enthält die Muttermilch nicht genügend Vitamin D, um den Bedarf der Babys zu decken.

Weiters werden Kinder durch Lichtschutzfaktor vor UV-B Strahlen geschützt, was zwar wichtig als Hautkrebsprophylaxe ist, jedoch die Vitamin D Aufnahme senkt. Daher setzen sich immer mehr Kinderärzte dafür ein, die Vitamin D Supplementierung im Kindes- und Jugendalter fortzusetzen, da weit über die Hälfte der Kinder und Jugendlichen einen Vitamin D Mangel aufweisen [17]. Besonders wichtig ist die Supplementierung mit Vitamin D, wenn Kinder vegan ernährt werden [18].

Wie gefährlich ist ein Vitamin D Mangel?

Ein Vitamin D Mangel kann unproblematisch und nur mit milden oder gar keinen Symptomen verlaufen und dementsprechend leicht wieder ausgeglichen werden, allerdings gibt es auch gefährliche und chronische Verläufe.

Dabei kommt es auf zwei wesentliche Fragen an:

  1. Wie ausgeprägt ist der Mangel?
  2. Wie lange besteht der Mangel schon?

Auch wenn nicht alle Krankheiten oder Symptome alleine durch einen Vitamin D Mangel hervorgerufen werden, sollte man nicht unterschätzen, wie stark eine ausreichende Vitamin D Versorgung das jeweilige Risiko enorm erhöhen oder senken kann.

Vor allem Menschen, die sich nicht viel im Freien aufhalten und in Ländern leben, die viele Monate nur wenig Sonnenstunden am Tag haben, haben einen hohen Vitamin D Bedarf.

Vitamin D Spiegel testen

Um genau zu wissen, ob man einen Vitamin-D-Mangel hat, kann man bei dem Hausarzt oder als Selbsttest von der Apotheke kontrollieren lassen, wieviel Vitamin D sich im Blut befindet.

Ein Labor ermittelt, wieviel µg 25-HydroxyVitamin D (25-OH-D) sich pro Liter Blut befinden, da 25-OH-D als Speicherform von Vitamin D gut den aktuellen Vitamin D Spiegel darstellen kann.

Die Ergebnisse werden dann wie beispielsweise in diesem Stuttgarter Labor interpretiert:

25-OH-D in µg/l
Interpretation
< 5
Langsamerer Anstieg zu erwarten
10 - 20
schwerer Vitamin D Mangel
20 - 30
unterer Normalbereich
30 - 50
optimaler Vitamin D Spiegel
50 - 70
obere Norm, nur durch Substitution erreichbar
> 70
überdosierte Substitution

Quelle: Labor Enders [20]

5. Wo ist Vitamin D enthalten?

Leider gibt es nicht viele Lebensmittel, die reich an Vitamin D sind, vor allem leider wenig pflanzliche.

Welche Lebensmittel enthalten Vitamin D?

Vegane Lebensmittel, pro 100 g
Vitamin D
Champignon
1,9 µg
Pfifferling
2,1 µg
Avocado
6 µg
Fisch, pro 100 g
Vitamin D
Hering (Atlantik)
25 µg
Lachs
16 µg
Aal
20 µg
Sardine
11 µg
Fleisch, pro 100 g
Vitamin D
Rindsleber
1,9 µg
Geflügel
0 - 1,96 µg
Rind
0 - 0,52 µg
Schwein
0 - 0,77 µg
Milchprodukte, pro 100 g
Vitamin D
Gouda
1,3 µg
Emmentaler
1,1 µg
Schmelzkäse
3,1 µg
Camembert
0,3 µg
Milch 3,5% Fett
0,1 µg
Butter
bis 2,5 µg
Eier, pro 100 g
Vitamin D
Hühnerei
2,9 µg
Hühnereigelb
5,6 µg

Quelle: [21]

Vitamin D durch die Sonne

Unsere Haut kann Vitamin D mit Hilfe von UV-B Strahlen selbst herstellen. Die Voraussetzung dafür muss nicht stundenlanges Sonnenbaden sein, denn nur wenige Minuten reichen aus, um die Vitamin D Produktion zu stimulieren [21].

Bei Sonnenexposition der Arme und Unterschenkel, was ca. 18 % unserer Körperoberfläche ausmachen würde, können im Sommer in 15 Minuten etwa 2.000 bis 4.000 IE Vitamin D3 produziert werden. In diesen Minuten sollte man je nach Hauttyp möglichst keinen Lichtschutzfaktor nutzen, da er die Vitamin D Synthese hemmen würde.

Es reicht demnach völlig aus, sein Gesicht alle zwei Tage für wenige Minuten in die Sonne zu halten. Im Winter ist das oft nicht möglich und die Produktion dieses Sonnenvitamins damit eingeschränkt, weshalb ein Großteil der Bevölkerung in den Wintermonaten an einer Unterversorgung leidet.

Was verhindert die Vitamin D Aufnahme?

Für die Vitamin D Produktion sind wir darauf angewiesen, dass die Sonne direkt auf unsere Haut trifft, denn nur dann erreichen uns die wichtigen UV-B Strahlen.

Für die Vitamin D Produktion in unserer Haut gibt es viele Hindernisse:

1. Fenster

Leider können die UV-B Strahlen die Fensterscheibe nicht durchdringen, das bedeutet, dass wir auch kein Vitamin D bilden, wenn wir die Haut nicht wirklich direkt den Sonnenstrahlen aussetzen.

2. Sonnenschutz

Obwohl ein guter Sonnenschutz enorm wichtig ist und vor Hautkrebs schützt, schützt er leider genauso vor der Vitamin D Produktion, da auch hier eine Barriere zwischen der Haut und den UV-B Strahlen besteht. Das bedeutet aber keinesfalls, keinen täglichen Sonnenschutz zu verwenden.

Da man nur alle paar Tage für wenige Minuten ungeschützt in die Sonne gehen muss, sollte man also auf jeden Fall darauf achten, für die restliche Zeit gut geschützt zu sein.

3. Alter

McLaughin et al. fanden bereits 1985 in Studien heraus, dass die Vitamin D Synthese von dem Alter abhängig ist [22]. Es konnte gezeigt werden, dass vor allem die betrachtete Zielgruppe von 77- bis 82-jährigen Probanden signifikant weniger Vitamin D in der Haut produzieren konnten. Problematisch ist dabei, dass man gerade im Alter angesichts des höheren Sturzrisikos auf eine ausreichende Vitamin D Versorgung angewiesen ist.

4. Winter

Auch bei bedecktem Himmel oder im Schatten kann die Haut Vitamin D produzieren, nur leider viel weniger als unter direkter Sonneneinstrahlung. Oft reicht diese eingeschränkte Produktion nicht aus und man ist vor allem in der dunkleren Jahreszeit gut beraten, mit Vitamin D Präparaten nachzuhelfen.

5. Hauttyp

Die unterschiedlichen Hauttypen werden nach Fitzpatrick in sechs Typen eingeteilt. Von Hauttyp I, der mit sehr heller Haut auch sehr schnell einen Sonnenbrand bekommt, steigert sich die Toleranz gegenüber der Sonne bis zum Hauttyp VI mit dunkelbrauner (fast schwarzer) Hautfarbe, der sich viel länger in der Sonne aufhalten kann.

Da Melanin als Hautfarbstoff in unserer Haut als natürlicher Sonnenschutz wirkt, müssen sich Menschen mit dunklerer Hautfarbe für eine adäquate Vitamin D Produktion auch länger in der Sonne aufhalten als Fitzpatrick Typen I oder II, da diese hellen Hauttypen in der gleichen Zeit mehr UV-B Strahlen aufnehmen können.

6. Wie kann man einen Vitamin D Mangel beheben?

Vitamin D Präparate

Vitamin D Präparate unterscheiden hinsichtlich

  • des Wirkstoffs (Vitamin D2 oder Vitamin D3),
  • der Dosierung (von 200 bis 20.000IE) und
  • der Darreichungsform (Tabletten oder Tropfen).

Außerdem gibt es oft auch Kombipräparate, in denen Vitamin D zum Beispiel mit anderen Nährstoffen kombiniert wird.

Bezüglich des Wirkstoffes sollte man darauf achten, dass das Präparat Vitamin D3 enthält, da Vitamin D3 in einer Metastudie die effektivste Wirkung gezeigt hat [24].

Studien zeigten auch, dass Vitamin D Tropfen besser als Tabletten zu bewerten sind, da sie

  • ohne Zusatzstoffe auskommen und
  • den Vitamin D Spiegel schneller ansteigen lassen.

Außerdem sind sie leichter einzunehmen und eignen sich daher auch für Kinder.

Vitamin D Tropfen
Vitamin D Tabletten
Oft in Öl gelöst, lässt Vitamin D Spiegel schneller ansteigen
Langsamerer Anstieg zu erwarten
Leichter einzunehmen
Schlucken der Tabletten bereitet manchen Problemen (Kinder)
Kommen häufig ohne Zusatzstoffe aus
Meistens Zusatzstoffe enthalten
Nicht so lange haltbar
Längere Haltbarkeit

Wann sollte man Vitamin D einnehmen?

Bezüglich der Vitamin D Einnahme gibt es keine festgeschriebene Tageszeit, zu der man das Präparat am besten einnehmen sollte.

Da Vitamin D zu den fettlöslichen Vitaminen gehört, sollte man es bevorzugt zum Essen oder - wie in den COSPHERA Vitamin D3 Tropfen bereits enthalten - mit etwas Öl einnehmen, denn dadurch kann die Vitamin D Aufnahme gefördert werden [25].

Vitamin D Dosierung

Wenn man Vitamin D einnimmt, wird die Menge entweder in μg oder in IE angegeben (1μg entspricht 40 IE).

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für Kinder ab dem ersten Lebensjahr und Erwachsene eine Einnahme von 20 μg (also 800 IE) Vitamin D am Tag [7] [8].

Bei Schwangeren und stillenden Müttern ist der an sich Bedarf nicht erhöht, es ist lediglich wichtiger, dass sie mit ausreichend Vitamin D versorgt sind und keinesfalls in eine Mangelsituation geraten. In Studien konnte gezeigt werden, dass mehr als 50 % der Schwangeren an einem Vitamin D Mangel leiden, weshalb eine Supplementierung meistens unerlässlich ist [19].

Auch Schwangere sollten daher diese Dosierung erhalten, da in Studien nachgewiesen wurde, dass sowohl die Entwicklung des Kindes als auch der Schwangerschaftsverlauf dadurch positiv beeinflusst werden [26].

Vitamin D Überdosierung

Da Vitamin D wie Vitamin E, K und A zu den fettlöslichen Vitaminen gehört, kann der Körper bei einem zu hohen Vitamin D Spiegel den überschüssigen Anteil nicht einfach über die Niere mit dem Urin ausscheiden.

Das bedeutet, dass das überschüssiges Vitamin in Fettdepots gespeichert wird und so stark akkumulieren kann, dass es zu einer Vitamin D Überdosierung kommt.

Gleichzeitig steigt der Kalziumspiegel enorm an, da Vitamin D bewirkt, dass vermehrt Kalzium aufgenommen wird [27].

Die Symptome der Überdosierung beruhen größtenteils auf dem zu hohen Kalziumspiegel im Blut (Hyperkalzämie):

  • Verstopfung
  • Übelkeit
  • Bauchschmerzen und Kopfschmerzen
  • vermehrtes Wasserlassen (Polyurie)
  • starkes Durstgefühl (Polydipsie)
  • emotionale Labilität
  • Verwirrung
  • Muskelschwäche
  • Nierensteine

Eine Überdosierung an Vitamin D ist sehr selten und kann nur durch exzessive Einnahme hochdosierter Vitamin D Präparate erreicht werden [28].

Wie lange dauert es, bis der Vitamin D Mangel behoben ist?

Wenn man einen nachgewiesenen Vitamin D Mangel hat, sollte man sich ärztlich beraten lassen, welche Dosierung für welchen Zeitraum angemessen ist.

Oft reicht eine hochdosierte Einnahme eines Vitamin D Präparates über eine Woche aus, um den Speicher wieder aufzufüllen. Danach kann man die Dosis vermindern, um den gewünschten Vitamin D Spiegel langfristig zu halten.

Speicherung von Vitamin D im Körper

Wie Vitamin D im Körper verwertet wird

Vitamin D wird nicht direkt verwendet oder abgebaut, sondern in Fett- und Muskelgewebe gespeichert und kann somit den Bedarf für einige Monate decken, was oft leider trotzdem nicht ausreicht, um ganzjährig eine ausreichende Versorgung aufrecht zu halten [29].

Welche Kombipräparate gibt es? Welche Wechselwirkungen sollte man beachten?

Zu guter Letzt möchten wir noch die Frage klären, ob Kombipräparate sinnvoll sind.

Oft wird Vitamin D mit Vitamin K kombiniert. Vitamin K hilft dabei, eine ausreichende Mineralisierung der Knochen zu erreichen [30]. Daher kann die Einnahme von Kombipräparaten sinnvoll sein, allerdings ist ein Vitamin K Mangel bei gesunden Erwachsenen sehr selten.

Sinnvoll kann theoretisch auch die Kombination mit Magnesium sein. Magnesium wird benötigt, um Vitamin D zu aktivieren. Deshalb ist man darauf angewiesen, dass der Körper ausreichend mit Magnesium versorgt ist, bevor man Vitamin D Präparate zu sich nimmt. Dennoch ist ein Magnesiummangel in Deutschland weniger häufig als ein Vitamin D Mangel.

Bei jedem Kombipräparat sollte man sich die Frage stellen, ob man den zusätzlichen Kombinationspartner nicht auch in ausreichender Menge durch eine ausgewogene Ernährung aufnehmen kann.

Fazit

Vitamin D ist essentiell für unseren Körper. Da es gerade in den Wintermonaten für uns schwierig ist, die richtige Menge an Vitamin D zu produzieren, kann eine Supplementierung mit Vitamin D3 (am besten in flüssiger Form) absolut sinnvoll sein, um einem Mangel vorzubeugen.

Quellen

[1] Gaisser, A. (2015). Künstliche Sonne gegen Vitamin-D-Mangel?. best practice onkologie, 10(3), 61-61.

[2] Raue, F. (2013). Therapie mit Vitamin D in der Praxis. Journal für Mineralstoffwechsel & Muskuloskelettale Erkrankungen, 20(3), 91-94.

[3] Houghton, L. A., & Vieth, R. (2006). The case against ergocalciferol (Vitamin D2) as a vitamin supplement. The American journal of clinical nutrition, 84(4), 694-697.

[4] Martineau, A. R., Thummel, K. E., Wang, Z., Jolliffe, D. A., Boucher, B. J., Griffin, S. J., ... & Hitman, G. A. (2019). Differential effects of oral boluses of Vitamin D2 vs Vitamin D3 on Vitamin D metabolism: a randomized controlled trial. The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, 104(12), 5831-5839.

[5] Capozzi, A., Scambia, G., & Lello, S. (2020). Calcium, Vitamin D, vitamin K2, and magnesium supplementation and skeletal health. Maturitas, 140, 55-63.

[6] Medizinisches Labor Bremen. Vitamin D: Sonnige Aussichten

[7] https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/vitamin-d/?L=0

[8] Friedrich, A. (2020). Vitamin D–Sinn und Unsinn. In Ratgeber Multiple Sklerose (pp. 185-193). Springer, Berlin, Heidelberg.

[9] Bischoff-Ferrari, H. A. (2019). Vitamin D im Alter: Ist der Hype definitiv vorüber?. DMW-Deutsche Medizinische Wochenschrift, 144(15), 1018-1021.

[10] Alansari, K., Davidson, B. L., Yousef, K. I., Mohamed, A. N. H., & Alattar, I. (2017). Rapid vs maintenance Vitamin D supplementation in deficient children with asthma to prevent exacerbations. Chest, 152(3), 527-536.

[11] Bischoff-Ferrari, H. A. (2020). Vitamin D in geriatric patients. Der Internist, 61, 535-540.

[12] Masan C et al., Vitamin D3 supplementation during weight loss: a double-blind randomized controlled trial, Mrz 2014, American Journal of Clinical Nutrition, (Nahrungsergänzung mit Vitamin D während Diät: Eine kontrollierte Doppelblindstudie)

[13] McCarty MF, Poor Vitamin D status may contribute to high risk for insulin resistance, obesity, and cardiovascular disease in Asian Indians, Juni 2009, Medical Hypotheses, (Niedriger Vitamin-D-Status kann zu einem hohen Risiko für Insulinresistenz, Übergewicht und Herzkrankheiten bei asiatischen Indern beitragen)

[14] Major GC et al., Supplementation with calcium + Vitamin D enhances the beneficial effect of weight loss on plasma lipid and lipoprotein concentrations, Januar 2007, American Journal of Clinical Nutrition, (Nahrungsergänzung mit Calcium und Vitamin D fördert die Vorteile durch Gewichtsverlust in Bezug auf Blutfettspiegel)

[15] Starostzik, C. (2018). Welche Rolle spielen Mikronährstoffe?. CME, 15(3), 30-31.

[16] Parker, G. B., Brotchie, H., & Graham, R. K. (2017). Vitamin D and depression. Journal of affective disorders, 208, 56-61.

[17] Heidtmann, B., Jochum, F., Kauth, T., Körner, A., Mihatsch10, W., Prell, C., ... & Koletzko, B. Vitamin-D-Supplementierung jenseits des zweiten Lebensjahres.

[18] Saternus, R., & Reichrath, J. (2020). Kraftwerk Sonne und Hormonfabrik Haut. Der Hautarzt, 1-11.

[19] Koloczek, K. D. Vitamin D: Wertvoll wie das Sonnenlicht-aber nicht ungefährlich!.

[20] Friedrich, A. (2020). Vitamin D–Sinn und Unsinn. In Ratgeber Multiple Sklerose (pp. 185-193). Springer, Berlin, Heidelberg.