1. Symptome einer gestörten Darmflora vs. Darmflora im Gleichgewicht: Eine Definition

Wenn wir von der Darmflora sprechen, ist die riesige Anzahl an winzigen Lebewesen gemeint, die unseren Darm besiedeln. Die Zahl dieser Mikroorganismen – unserer kleinen Mitbewohner – ist dabei neuesten Erkenntnissen zufolge in etwa so hoch, wie die unserer eigenen menschlichen Zellen [1].

  • Solange (stark vereinfacht) die guten Bakterien im Dünn- und Dickdarm überwiegen, befindet sich unsere Darmflora im Gleichgewicht.
  • Nehmen bestimmte, krankmachende Bakterienarten überhand (wir kommen gleich dazu, woran das liegen kann), verändert sich die Zusammensetzung der Artenbesiedelung und die schützenden Bakterien können ihre Funktionen weniger gut ausüben: Die typischen Symptome einer gestörten Darmflora treten auf.

Häufige Symptome einer gestörten Darmflora sind: Akne, depressive Stimmung, Durchfall, Bauchschmerzen, Völlegefühl, Mangelerscheinungen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten und ein gestörtes Immunsystem.

Genaueres zum Zusammenhang zwischen deiner Darmflora und Symptomen wie Akne und Depressionen liest du weiter unten. Eins bereits vorweg: Immer mehr Studien weisen auf die positiven Wirkungen von Probiotika auf Haut und Darmgesundheit hin.

2. Aufgaben und Funktionen der Darmflora

Die Funktionen der Darmflora lassen sich in drei große Bereiche einteilen, die unsere Gesundheit wesentlich beeinflussen.

Unterstützung des Immunsystems

Die guten Bakterien einer intakten Darmflora haben eine Art “Türsteher-Funktion”. Sie verhindern die Ausbreitung schädlicher Bakterien, indem sie Stoffe produzieren, die das Wachstum der ungeliebten Gäste hemmen [2]. Ein weiterer Punkt: Um am Leben zu bleiben, brauchen Bakterien Nahrung und Sauerstoff. Schnappen die guten Bakterien den Krankheitskeimen diese weg, wird letzteren die Lebensgrundlage entzogen.

Wenn Bifidobakterien und Lactobacillen Ballaststoffe abbauen, entsteht Milchsäure. Diese sorgt für ein saures Milieu im Darm, was Krankheitserregern gar nicht gefällt.

Darmbakterien können allerdings noch mehr. Sie regen das Immunsystem zur Bildung von Antikörpern an und fördern über ihre Stoffwechselprodukte die Toleranz bestimmter Nahrungsmittel – das kann Allergien verhindern.

Regulierung der Verdauung

Verdauungsprobleme sind besonders häufige Symptome einer gestörten Darmflora. Der Grund liegt auf der Hand: Befindet sich der Darm in einem harmonischen Gleichgewicht, sorgen die Bakterien für die Aufnahme und Zersetzung aller wichtigen Nährstoffe aus der Nahrung. Die einzelnen Nahrungsbestandteile (insbesondere kurzkettige Fettsäuren) versorgen die Zellen im Darm mit Energie, sodass diese ihre Barrierefunktion ausüben können.

Weil die Darmbarriere gleichzeitig schädliche Stoffe und Krankheitserreger aus der Nahrung herausfiltert, ist eine funktionierende Darmflora so wichtig für unsere Gesundheit.

Kommt sie dieser Aufgabe nicht mehr richtig nach, wird nicht mehr zwischen ‘gut’ und ‘schlecht’ unterschieden. Die Aufnahme von Vitaminen und der Schadstoffabbau geraten aus der Balance. Vitamin- und Nährstoffmangel können die Folge sein.

Produktion von Vitaminen und Energiegewinnung

Die Darmbakterien unseres Mikrobioms produzieren lebenswichtige Vitamine, wie das Vitamin K (wichtig für die Blutgerinnung) [3], aber auch eine Reihe von B-Vitaminen – darunter Biotin (das als Schönheitsvitamin bekannt ist) und Folsäure.

Darmbakterien bauen Ballaststoffe ab. Aus diesem Vorgang stammen etwa 10 Prozent der Kalorien, die wir täglich aufnehmen [3]. Die Bakterien im Darm wirken außerdem regulierend auf unseren Fettstoff- und Zuckerstoffwechsel.

3. Sieben Symptome einer gestörten Darmflora

Wie äußert sich eine gestörte Darmflora? Die meisten Anzeichen einer gestörten Darmflora gehören in die Kategorie “Verdauungsprobleme”. Der Haken dabei: Hinter Durchfall, Verstopfung & Co. können auch andere Auslöser stecken. Betroffene erkennen den Zusammenhang mit ihrer Darmgesundheit oft zu spät.

Treten bei dir folgende Symptome einer gestörten Darmflora auf, solltest du das deshalb möglichst schnell und umfassend ärztlich abklären lassen:

  • Bauchschmerzen, Blähungen und Völlegefühl
  • Durchfall oder Verstopfung
  • Darmentzündungen
  • Akne
  • erhöhte Infektanfälligkeit
  • Vitaminmangel
  • Depressionen [4],[5]

Der Zusammenhang zwischen Akne & einer gestörten Darmflora

In der Wissenschaft gilt eine Ernährungsweise, die viele Lebensmittel mit einem hohen glykämischen Index enthält, als ein Risikofaktor für Akne. Kartoffeln, Weißmehl und Süßigkeiten gehören zum Beispiel in diese Kategorie. Welche Lebensmittel für schöne Haut du stattdessen essen solltest, haben wir in einem eigenen Artikel zusammengefasst.

Gemeinsam mit bestimmten Milchprodukten sorgen diese Nahrungsmittel für einen Anstieg des insulinähnlichen Wachstumsfaktors IGF-1 in unserem Körper.

Und dieser steht wiederum mit einer vermehrten Produktion von Hautfett in Verbindung, wodurch verstopfte Poren und Unreinheiten begünstigt werden.

Unsere Ernährung spielt auch für die Zusammensetzung des Darmmikrobioms eine große Rolle. Die oben beschriebene Ernährungsweise kann die Funktionen der Darmbarriere empfindlich stören und das Entstehen von Entzündungen fördern.

Ein weiterer Faktor ist Stress. Stress hemmt die Funktionen der guten Darmbakterien (Lactobacillus und Bifidobacterium). In Studien konnte gezeigt werden, dass genau diese Bakterienstämme bei Aknepatient*innen verringert sind [6].

Symptome einer gestörten Darmflora: Depressionen & die Psyche

In der Forschung gibt es immer mehr Hinweise auf den engen Zusammenhang zwischen der Darmgesundheit und der Psyche. Wissenschaftler*innen bezeichnen diese Verbindung mit dem Begriff der Darm-Hirn-Schranke.

Fest steht, dass bei Menschen mit Depressionen häufig ein Ungleichgewicht in der Darmflora besteht [7]. Dadurch funktioniert der Abwehrmechanismus der Darmbarriere nicht mehr richtig und Entzündungen können entstehen. Chronische Entzündungsreaktionen im Körper gelten als wesentlicher Faktor für die Entwicklung von Depressionen.

Wer sich zusätzlich nicht ausgewogen ernährt und keinen Sport treibt, hat doppelt schlechte Karten: So können die Effekte auf die psychische Gesundheit noch verstärkt werden.

Falls du eines oder mehrere der oben genannten Symptome bei dir bemerkst, stellst du dir sicher die folgende Frage.

Wie kann man feststellen, ob die Darmflora in Ordnung ist?

Für die medizinische Analyse der Darmflora empfehlen wir den Besuch bei einer Gastroenterologin oder einem Gastroenterologen. Für die Diagnose musst du eine Stuhlprobe abgeben. Diese wird gründlich auf die enthaltende Bakterienvielfalt untersucht. So zeigt sich schnell, ob eine Darmflora im Ungleichgewicht hinter deinen Beschwerden steckt.

Wichtig ist vor allem, Symptome einer gestörten Darmflora ernst zu nehmen. Denn unbehandelt kann eine angeschlagene Darmflora zu chronischen Krankheiten führen.

4. Diese Ursachen stecken hinter einer gestörten Darmflora!

Eine unausgewogene Ernährung, die langfristige Einnahme von Antibiotika oder anderen Medikamenten und – wie könnte es anders sein – ein ungesunder, stressiger Lebensstil zählen zu den Hauptursachen für die Symptome einer gestörten Darmflora.

Ernährung

Auch, wenn wir es nicht so gerne hören wollen. Fast Food, einfache Kohlenhydrate, zuckerhaltige Nahrungsmittel und eine ballaststoffarme Ernährung sind echte Feinde eines Mikrobioms im Gleichgewicht.

Unsere Nahrung hat nämlich die Kraft, die Zusammensetzung unserer Darmbakterien zu verändern, da letztere sich an das Nahrungsangebot anpassen.

Nehmen wir zu viel Zucker zu uns, kann das zu einer vermehrten Besiedelung zuckerverdauender Bakterien im Darmmikrobiom führen. Das Problem: Diese verlangen immer wieder Nachschub. Wenn du ständig Heißhunger auf Süßes hast, kann es also sein, dass ein Mikrobiom aus dem Gleichgewicht dahintersteckt.

Gestörte Darmflora nach Einnahme von Antibiotika und anderen Medikamenten [8]

Antibiotika können die Darmflora empfindlich stören, weil sie direkt in die Bakterien-Diversität des Mikrobioms eingreifen. Sie zerstören nicht nur die pathogenen (krankheitserregenden) Bakterien, sondern machen auch vor den guten Bakterien nicht halt. Das erhöht das Risiko, eine gestörte Darmflora zu haben.

Neben Antibiotika können auch bestimmte Abführmittel, Beruhigungsmittel und die Anti-Baby-Pille direkte Auswirkungen auf die Bakterienzusammensetzung der Darmflora haben.

Stress

Stress kann die Durchlässigkeit der Darmbarriere erhöhen und für einen sogenannten ‘leaky gut’ (zu Deutsch: Syndrom des durchlässigen Darms) sorgen. Unerwünschte Bakterien haben es dann leichter, in den Organismus zu gelangen und lösen dort Entzündungsreaktionen aus – die typischen Symptome einer gestörten Darmflora werden bemerkbar [9].

Leider kommt es schnell zu einem Teufelskreis: Chronischer Stress, ein ungesunder Lebensstil, eine unausgewogene Ernährung und die Darmflora beeinflussen sich gegenseitig.

Wie du den Symptomen einer gestörten Darmflora vorbeugen kannst und was wichtig ist, um den Darm zu heilen und zu regenerieren, verraten wir dir jetzt.

5. Darm heilen: Diese Lebensmittel lindern die Symptome einer gestörten Darmflora

Wenn du den Symptomen einer gestörten Darmbarriere vorbeugen möchtest, sollten möglichst viele Lebensmittel mit Probiotika und Präbiotika auf deinem Speiseplan stehen. Achte außerdem auf eine Ernährung, die reich an Ballaststoffen und Vitaminen ist.

Wir zeigen dir, was wichtig ist, um deine Darmgesundheit zu unterstützen.

Probiotika in fermentierten Lebensmitteln

Sauerkraut, Kombucha und saure Gurken sind besonders wirkungsvolle Waffen, mit denen du schlechte Bakterien im Darm bekämpfen kannst. Sie enthalten viele “gute” Milchsäurebakterien, wie Lactobacillus- und Bifidobakterien.

Diese Probiotika sind wichtig für die Diversität deines Mikrobioms. So konnte eine 2017 veröffentlichte Studie zeigen, dass der Konsum von Probiotika wie Joghurt die Darmflora beeinflusst und zu einem Anstieg der Lactobacillus-Bakterien im Darm führte [10].

Probiotika spielen außerdem eine Schlüsselrolle bei der Abwehr von krankmachenden Keimen, können vor Allergien schützen und sind wichtig für eine funktionierende Darmbarriere [11].

Übrigens: Unsere Probio Skin+ Kapseln enthalten Prä- und Probiotika aus Markenkulturen in optimaler Dosierung!

Mit Präbiotika die Symptome einer gestörten Darmflora behandeln!

Nimmst du Probiotika zu dir, solltest du gleichzeitig auf eine ausreichende Zufuhr an Präbiotika achten. Präbiotika unterstützen die Vermehrung von Probiotika und wirken zudem gegen einen trägen Darm, sowie gegen Verstopfung.

In unseren Probio Skin+ Kapseln sind Präbiotika in Form von pflanzlichem Inulin enthalten.

Chicorée und Sojabohnen sind übrigens gute natürliche Quellen für Inulin. Auch Flohsamen und Leinsamen zählen zu den Präbiotika.

Die richtige Ernährung für eine starke Darmflora

Wenn du langfristig den Symptomen einer gestörten Darmflora vorbeugen möchtest, ist eine Ernährung, die möglichst viele Vitalstoffe, sowie Prä- und Probiotika enthält, besonders wichtig. Eine 2013 veröffentlichte Studie konnte etwa zeigen, dass eine pflanzenbasierte Ernährung die Anzahl krankmachender Bakterien im Darm bei übergewichtigen Menschen verringern kann [12].

Als Faustregel gilt: Ernähre dich möglichst abwechslungsreich und integriere frisches Gemüse, Obst und Vollkornprodukte täglich in deinen Speiseplan [13][14]. So sorgst du dafür, dass gute Bakterien sich besonders wohlfühlen – und für eine Darmflora im Gleichgewicht.

Fazit: Gesunde Ernährung kann Symptomen einer gestörten Darmflora vorbeugen!

In diesem Artikel haben wir uns der Frage gewidmet, welche Symptome einer gestörten Darmflora besonders häufig auftreten, was die Ursachen dafür sind und wie du mit der richtigen Ernährung deinen Darm gesund halten kannst.

Eine Darmflora im Gleichgewicht ist für die Verdauung, die Aufnahme von Vitaminen und Nährstoffen aus der Nahrung, sowie ein funktionierendes Immunsystem essentiell. Durch die Einnahme von Antibiotika und anderen Medikamenten, aber auch durch falsche Ernährung und einen ungesunden Lebensstil kann es zu verschiedenen Symptomen einer geschädigten Darmflora kommen.

Dem kannst du entgegenwirken: Halte deine Darmflora gesund, indem du dich für eine bunte und abwechslungsreiche Ernährung entscheidest, die reich an Prä- und Probiotika ist!

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[1] Morais, L.H., Schreiber, H.L. & Mazmanian, S.K. The gut microbiota–brain axis in behaviour and brain disorders. Nat Rev Microbiol 19, 241–255 (2021). https://doi.org/10.1038/s41579-020-00460-0

[2] Clemente, Jose C et al. “The impact of the gut microbiota on human health: an integrative view.” Cell vol. 148,6 (2012): 1258-70. doi:10.1016/j.cell.2012.01.035

[3] Kho ZY and Lal SK (2018) The Human Gut Microbiome – A Potential Controller of Wellness and Disease. Front. Microbiol. 9:1835. doi: 10.3389/fmicb.2018.01835

[4] Cryan, J., Dinan, T. Mind-altering microorganisms: the impact of the gut microbiota on brain and behaviour. Nat Rev Neurosci 13, 701–712 (2012). https://doi.org/10.1038/nrn3346

[5] Valles-Colomer, M., Falony, G., Darzi, Y. et al. The neuroactive potential of the human gut microbiota in quality of life and depression. Nat Microbiol 4, 623–632 (2019). https://doi.org/10.1038/s41564-018-0337-x

[6] Lee, Young Bok et al. “Potential Role of the Microbiome in Acne: A Comprehensive Review.” Journal of clinical medicine vol. 8,7 987. 7 Jul. 2019, doi:10.3390/jcm8070987

[7] Limbana, Therese et al. “Gut Microbiome and Depression: How Microbes Affect the Way We Think.” Cureus vol. 12,8 e9966. 23 Aug. 2020, doi:10.7759/cureus.9966

[8] Jernberg, Cecilia et al. “Long-term impacts of antibiotic exposure on the human intestinal microbiota.” Microbiology (Reading, England) vol. 156,Pt 11 (2010): 3216-3223. doi:10.1099/mic.0.040618-0

[9] Madison, Annelise, and Janice K Kiecolt-Glaser. “Stress, depression, diet, and the gut microbiota: human-bacteria interactions at the core of psychoneuroimmunology and nutrition.” Current opinion in behavioral sciences vol. 28 (2019): 105-110. doi:10.1016/j.cobeha.2019.01.011

[10] Lisko, Daniel J et al. “Effects of Dietary Yogurt on the Healthy Human Gastrointestinal (GI) Microbiome.” Microorganisms vol. 5,1 6. 15 Feb. 2017, doi:10.3390/microorganisms5010006

[11] Majamaa, H, and E Isolauri. “Probiotics: a novel approach in the management of food allergy.” The Journal of allergy and clinical immunology vol. 99,2 (1997): 179-85. doi:10.1016/s0091-6749(97)70093-9

[12] Kim, Min-Soo et al. “Strict vegetarian diet improves the risk factors associated with metabolic diseases by modulating gut microbiota and reducing intestinal inflammation.” Environmental microbiology reports vol. 5,5 (2013): 765-75. doi:10.1111/1758-2229.12079

[13] Klinder, Annett et al. “Impact of increasing fruit and vegetables and flavonoid intake on the human gut microbiota.” Food & function vol. 7,4 (2016): 1788-96. doi:10.1039/c5fo01096a

[14] Cooper, Danielle N et al. “Does Whole Grain Consumption Alter Gut Microbiota and Satiety?.” Healthcare (Basel, Switzerland) vol. 3,2 364-92. 29 May. 2015, doi:10.3390/healthcare3020364