1. Hauttyp oder Hautzustand?

Der Hautzustand kann von inneren und äußeren Faktoren beeinflusst werden und beschreibt die Eigenschaften der Hautoberfläche. Dadurch, dass er beeinflussbar ist, verändert sich der Hautzustand im Laufe des Lebens oft mehrmals.

Dementsprechend kann man den Hautzustand auch selbst beeinflussen. Neueste Studien zeigen, dass der Hautzustand nicht nur im Laufe des Lebens, sondern sogar monatlich und täglich variieren kann.

Wenn man von dem Zustand der Haut spricht, handelt es sich meistens um die Barrierefunktion der Haut und um die Zusammensetzung des Hydrolipidfilms [1].

Was ist der Hydrolipidfilm?

Der Hydrolipidfilm ist ein aus Schweiß- und Talgdrüsen gebildeter Säureschutzmantel.

Dieser Säureschutzmantel

  • schützt vor Austrocknung und äußeren Reizen,
  • die Fette der Talgdrüsen machen die oberste Schicht der Haut wasserabweisend und geschmeidig.

Einen großen Einfluss auf den Hautzustand haben also die Talgdrüsen, denn für eine gesunde Haut ist es wichtig, dass die Talgproduktion ausgeglichen ist. Hier versteckt sich dann doch eine genetische Komponente, denn manche Menschen haben einfach eine genetisch festgelegte Überstimulation der Talgdrüsen.

Da es jedoch meistens so ist, dass die Talgproduktion im Laufe des Lebens abnimmt und nicht für immer gleich bleibt ist es sinnvoll, von einem "Zustand" und nicht von einem für immer festgelegten "Hauttypen" zu sprechen.

Umgangssprachlich werden die Begriffe "Hauttyp" und "Hautzustand" oft synonym verwendet. Allerdings handelt es sich bei den Hauttypen streng genommen um genetisch festgelegte und nicht mehr veränderbare Hauteigenschaften.

Der Hauttyp wird nach der Fitzpatrick-Klassifikation in 6 Gruppen eingeteilt. Einfach gesagt geht es dabei darum, wie dunkel oder hell die Haut ist. Die Einteilungskriterien berücksichtigen die Hautfarbe, das Verhalten der Haut bei Sonneneinstrahlung, die Haarfarbe und die Augenfarbe.

Für die Wahl der richtigen Pflegeprodukte ist es allerdings zunächst interessanter in welchem Zustand sich deine Haut gerade befindet, denn so kann man leicht auf die Bedürfnisse der Haut schließen. Deshalb soll dir die folgende Einteilung der Hautzustände helfen, das eigene Hautbild leichter bewerten zu können.

2. Welche Hautzustände gibt es?

Normale Haut

Eigenschaften der normalen Haut:

  • gesund, frisch
  • matt
  • straff
  • kleine Poren
  • widerstandsfähig

Die "normale" Haut ist die gesunde "Vorzeigehaut", wie man sie sich nur wünschen kann. Sie ist gekennzeichnet durch ein feinporiges und frisches Erscheinungsbild.

Dadurch, dass die Talgdrüsen ausreichend, aber nicht übermäßig viel Talg produzieren, ist die Haut geschmeidig und widerstandsfähig gegenüber äußeren Einflüssen. Somit ist die normale Haut unsere Idealvorstellung eines Hautbildes, die jedoch meistens nur Kinder und wenige glückliche Erwachsene haben.

Durch eine falsche Pflege oder starke Reizung kann dieser Hautzustand jedoch auch zu einem fettigen oder trockenen Hautbild wechseln.

Was braucht die normale Haut?

Im Grunde kann die Haut all ihre Bedürfnisse ohne weitere Hilfe regulieren.

Da auch die normale Haut täglich mit kleinen Schmutzpartikeln aus der Umwelt, Make Up Resten und Hautschüppchen belastet wird, sollte sie mit einer milden Reinigung davon befreit werden [2].

Zur Unterstützung kann eine leichte, feuchtigkeitsspendende Pflegecreme über Nacht aufgetragen werden. Unverzichtbar ist morgens dennoch der Sonnenschutz!


Trockene Haut

Eigenschaften der trockenen Haut:

  • schuppig und rauh
  • fleckig
  • kleine Risse
  • Juckreiz
  • empfindlich

Bei der trockenen Haut fehlen die Fettanteile des Hydrolipidfilms, sodass der natürliche Säureschutzmantel, der unsere Hautoberfläche umgibt, seiner Schutzfunktion nicht nachkommen kann. Wenn die Talgdrüsen nicht genug Talg bilden spricht man auch von Sebostase.

Es resultiert ein dünnes, manchmal sogar fleckiges Hautbild mit kleinen Einrissen und Schuppen. Unangenehm ist oft der mit dem Hautbild einhergehende Juckreiz und das Spannungsgefühl der Haut, da sie nicht so geschmeidig und dehnbar ist.

Besonders problematisch wird es im Winter, denn

  • bei kalten Temperaturen wird der Talg zähflüssiger und kann sich nicht so gut verteilen und
  • die Heizungsluft trocknet die Haut zusätzlich aus [4].

Außerdem ist die trockene Haut sehr empfindlich gegenüber Sonneneinstrahlung. Diese führt schneller zu UV-bedingten Irritationen und Entzündungen als bei normaler Haut.

Vermeiden sollte man also

  • ungeschützte Sonneneinstrahlung
  • zu langer Wasserkontakt, da die Haut dadurch weiter ausgetrocknet wird
  • aggressive Peelings, da die Haut eher dünn und empfindlich ist
  • stark entfettende Reinigungsprodukte

Meistens sind von diesem Hautzustand eher ältere Menschen oder Kinder vor der Pubertät betroffen.

Was braucht die trockene Haut?

  • rückfettende Cremes
  • einen ausreichenden Sonnenschutz
  • genug Flüssigkeit zu sich nehmen
  • Kosmetik und Pflegeprodukten mit möglichst guter Hautverträglichkeit, da trockene Haut oft mit Allergien und Ekzemen reagieren kann

Fettige Haut

Eigenschaften der fettigen Haut:

  • glänzend
  • feucht
  • dick
  • grobporig
  • evtl. Unreinheiten

Das Problem der fettigen Haut ist vor allem die Überproduktion der Talgdrüsen, was auch Seborrhoe genannt wird. Dadurch wirkt die Haut glänzend und hat meistens vergrößerte Poren. Leider kann dieser Zustand sich schnell hin zu Unreinheiten und Akne entwickeln.

Betroffen sind vor allem Jugendliche in der Pubertät, da durch die Hormonumstellung die Produktion der Talgdrüsen angeregt wird. Oft ist die fettige Haut sehr widerstandsfähig gegenüber äußeren Einflüssen. Deshalb steht bei fettiger Haut nicht die Unterstützung des Hautschutzes im Vordergrund, sondern vielmehr die Regulation der Talgproduktion [5].

Auf jeden Fall meiden sollte man

  • komedogene Produkte (= Unreinheiten-fördernd)
  • zu fettreiche Cremes oder sogar Salben

Was braucht die fettige Haut?

  • antibakterielle Reinigung (am besten mit leicht saurem pH-Wert)
  • regelmäßige Peelings zum Öffnen der verstopften Poren
  • fettarme Cremes oder Hydrogels
  • evtl. fettaufsaugender Puder

Mischhaut

T-Zone der Mischhaut

Eigenschaften der Mischhaut:

  • T-Zone (Stirn, Nase und Kinn): eher fettige Haut
  • Wangenbereich: normale bis trockene Haut

Die Mischhaut setzt sich wie der Name schon sagt aus verschiedenen Hautzuständen zusammen, die meistens an den dafür typischen Lokalisationen ("T-Zone") vorkommen.

Im "T-Bereich" ist die Talgproduktion verstärkt, wohingegen an den Wangen eine ausgeglichene bis verminderte Talgproduktion herrscht.

Vermeiden sollte man

  • zu stark rückfettende Reinigungsprodukte und
  • zu stark entfettende, aggressive Reinigungsprodukte.

Streng genommen sollte übrigens jede Gesichtspartie unterschiedlich gepflegt werden.

Was braucht die Mischhaut?

  • beruhigende und nichtkomedogene Produkte
  • milde Reinigung zB Panthenol [6]
  • T-Zone
    - Peelings
    - antibakterielle Toner
    - fettarme Cremes
    - evtl. Puder
  • Wangen
    - Feuchtigkeit spendende Masken
    - Feuchtigkeitscreme

Unter COSPHERA Produkte für Mischhaut findest du passende Pflegeprodukte. Diese sind so konzipiert, dass sie Feuchtigkeit spenden, aber nicht zu rückfettend und daher auch für alle Bereiche der Gesichtspartie geeignet sind.

Empfindliche Haut

Eigenschaften der empfindlichen Haut:

  • Hautreaktion auf verschiedene Inhaltsstoffe, Kleidung oder Kontakt zu anderen Substanzen
  • Juckreiz, Rötung, Spannungsgefühl
  • eher trockene Haut
  • vermutlich unzureichende Barrierefunktion

Bei empfindlicher Haut kann beispielsweise der Kontakt zu verschiedenen Stoffen der Kleidung oder sogar vermeintlich hautfreundlichen Pflegeprodukten der Auslöser sein.

Außerdem wird die empfindliche Haut schnell durch Sonneneinstrahlung geschädigt, weshalb ein guter Sonnenschutz unerlässlich ist!

Vermeiden sollte man auf jeden Fall

  • Stoffe, die eine Hautreaktion auslösen (zum Beispiel Wolle)
  • eine weitere Schädigung der Hautbarriere zum Beispiel durch zu häufige, aggressive Peelings
  • feucht-heißes oder sehr kaltes, trockenes Klima

Oft wird medizinisch keine wirkliche Ursache für die Hautreaktionen gefunden, da es sich nicht um Allergien, sondern vielmehr um eine Überempfindlichkeit der Haut handelt.

Man geht davon aus, dass durch die gestörte Barriereschicht unterschiedliche Stoffe leichter in die Haut eindringen und dadurch eine Abwehrreaktion erzeugen.

Was braucht die empfindliche Haut?

  • feuchtigkeitsspendende Pflegeprodukte
  • Vitamin E und Ceramide um die Lipidschicht zu stärken
  • Fette wie zum Beispiel Mandel- oder Jojobaöl
  • ausreichender Sonnenschutz!

Unreine Haut

Eigenschaften unreinen Haut:

  • fettige Haut
  • Mitesser (= Komedonen)
  • kleine Pusteln
  • vergrößerte Poren

Die unreine Haut kann man als Zwischenstufe von fettiger Haut und Akne bezeichnen. Die Talgdrüsen produzieren zu viel Talg und im Vergleich zur fettigen Haut kommt es bei der unreinen Haut sogar schon zu Verstopfungen und leichten Entzündungen. So können sich Mitesser (Komedonen) bilden.

Dabei unterscheidet man zwischen

  • geschlossenen Mitessern, liegen tiefer und sind als kleine Vorwölbungen sichtbar
  • offene Mitesser, bei denen der Talg durch Melanin und Oxidationsprodukte als kleiner schwarzer Punkt erscheint.

Wichtig bei der unreinen Haut ist, dass der Übergang in eine Akne verhindert werden sollte. Hier können antibakterielle, porenverfeinernde und talgregulierende Wirkstoffe helfen.

Was braucht die unreine Haut?

  • tägliche Reinigung und Pflege
  • streng nicht-komedogene Produkte bei Make-Up und Pflege
  • wöchentliche Peelings
  • Salicylsäure (BHAs)  [7] wirkt entzündungshemmend und kann die Talgproduktion regulieren
  • Milchsäure oder Glykolsäure wirkt antientzündlich und hydratisierend
  • Panthenol spendet Feuchtigkeit und stabilisiert das Hautbild
  • nicht mit zahlreichen Kosmetik- und Pflegeprodukten "überfordern", da sonst weitere Verstopfungen drohen

Akne

Eigenschaften der Akne [8]:

  • Pusteln, Papeln und Mitesser
  • Entzündungen
  • fettige Haut
  • Aknenarben

Von Akne sind meist Jugendliche und vor allem männliche Jugendliche betroffen, da die Talgproduktion vor allem von männlichen Sexualhormonen angeregt wird. Dennoch kann die Akne auch nach der Pubertät bestehen. Betroffene leiden dann sogar nach Erreichen des 20. oder 30. Lebensjahrs unter der sogenannten "Erwachsenenakne".

Eine Therapie gegen Akne sollte man zu jedem Zeitpunkt sehr ernst nehmen, denn je nachdem wie ausgeprägt die Entzündungen der Haut auftreten, kann es zu bleibenden Aknenarben kommen.

Man sollte auf jeden Fall früh eine dermatologische Behandlung in Anspruch nehmen, um bleibenden Schäden vorzubeugen und den enormen Leidensdruck, der mit der Akne einhergeht, zu vermeiden!

Grundsätzlich sollte man schon bei unreiner Haut und besonders bei Akne darauf achten, seinen Lebensstil dahingehend zu überdenken, ob man die Voraussetzungen für ein gutes Hautbild noch verbessern kann.

Dazu gehört

  • eine gesunde, ballaststoffreiche und zuckerarme Ernährung mit wenig Milchprodukten
  • regelmäßig Sport
  • Rauchen und Alkohol vermeiden

Weitere Basismaßnahmen sind

  • eine tägliche Reinigung und Pflege
  • circa 2x wöchentlich Peelings mit Fruchtsäure oder Salicylsäure
  • einmal im Monat manuelle Aknetherapie bei einer Kosmetikerin oder Dermatologin

Auf keinen Fall selbst versuchen die Pickel auszudrücken! Der Talg gelangt so tiefer in die Haut und man provoziert Entzündungen und Narben.

Neben diesen Grundvoraussetzungen unterscheidet man bei der Aknetherapie zwei unterschiedliche Ansätze:

  1. Topische Therapie, also alle Wirkstoffe die direkt auf die Haut aufgetragen werden
  2. Systemische Therapie, also zum Beispiel Medikamente gegen Akne [9] [10]
Topische Therapie
Systemische Therapie
  • Retinoide (Vitamin A Derivate)
  • Benzylperoxid (vermindert Bakterienzahl und somit Entzündungen)
  • Azelainsäure (Hautschuppen lösen sich gleichmäßig ab)
  • Antibiotika (gegen Bakterien)
  • Antibiotika bei mittelschwerer bis schwerer Akne
  • bei stärkster Akne Isotretinoin (hat viele Nebenwirkungen, nur falls andere Therapieformen versagen)

3. Hauttest zur Bestimmung deines Hautzustandes

Welcher Hauttyp bin ich Fragen

4. Hauttypen nach Fitzpatrick

Schon im Jahr 1975 hat der amerikanische Dermatologe Thomas Fitzpatrick eine Einteilung der Hauttypen in 6 Gruppen eingeführt. Diese Einteilung beruht darauf wieviel Eumelanin (Hautfarbstoff) in der Haut enthalten ist - also einfach ausgedrückt wie dunkel oder hell die Haut ist [11].

  • Hauttyp I: Keltischer Typ
  • Hauttyp II: Nordischer Typ
  • Hauttyp III: Mischtyp
  • Hauttyp IV: Mediterraner Typ
  • Hauttyp V: Dunkler Typ
  • Hauttyp VI: Schwarzer Typ

Sobald unsere Haut der Sonne ausgesetzt ist, beginnt unser natürlicher Sonnenschutz: durch den Hautfarbstoff versuchen sich die Zellen vor den schädlichen UV-Strahlen abzuschirmen.

Abhängig davon, wo man auf der Welt lebt, ist man mehr oder weniger der Sonne ausgesetzt und hat dementsprechend von Geburt an mehr oder weniger Bedarf an Eumelanin (also unserem natürlichen Sonnenschutz der Hautzellen). Diese Grundausstattung ist genetisch festgelegt und ändert sich im Gegensatz zu dem Hautzustand nicht mehr.

Um sich also ausreichend vor der Sonne zu schützen, sollte man seinen Hauttypen gut kennen.

Falls du dir auch nicht sicher bist, welchem Hauttypen du dich zuordnen würdest, lohnt es sich einen Blick auf die folgende Einteilung zu werfen.

Hauttyp I

Merkmale:

  • sehr helle Hautfarbe
  • rötliches oder seht helles Haar
  • helle Augenfarbe
  • Sommersprossen

Menschen mit Hauttyp I haben ausgesprochen helle Haut, helle bis rötliche Haare und auch die Augenfarbe ist eher hell - also blau oder grün. Meistens haben sie Sommersprossen, die im Sommer zunehmen.

Sie bekommen sehr schnell einen Sonnenbrand und haben ein enorm hohes Hautkrebsrisiko. Dieses sollte nicht unterschätzt werden, weshalb Menschen mit Hauttyp I am besten die Mittagssonne vollständig meiden und sehr streng auf einen guten Sonnenschutz achten [13].

Eigenschutzzeit: unter 10 Minuten

Die Eigenschutzzeit ist die Zeit, in der man sich ungeschützt in die Sonne begeben kann, ohne dass die UV-Strahlen Schaden anrichten.

Hauttyp II

Merkmale:

  • helle Hautfarbe
  • blond oder hellbraune Haare
  • blaue, graue oder grüne Augen
  • Sommersprossen

Menschen mit Hauttyp II haben ebenfalls eine helle Haut- und Haarfarbe. Im Sommer bekommen sie zwar nicht so schnell einen Sonnenbrand wie Menschen mit Hauttyp I, allerdings werden sie auch nur ganz langsam braun (und davor eher rot). Dementsprechend hoch ist auch hier das Hautkrebsrisiko.

Besonders um die Mittagszeit sollte man sich unbedingt im Schatten aufhalten und sich ansonsten gut mit einem ausreichend hohen Lichtschutzfaktor oder langer Kleidung schützen.

Eigenschutzzeit: 10 bis 20 Minuten

Hauttyp III

Merkmale:

  • mittelhelle Hautfarbe
  • dunkelblonde oder braune Haarfarbe
  • jegliche Augenfarbe möglich
  • kaum Sommersprossen

Menschen mit Hauttyp III sind schon etwas dunkler und auch die Augenfarbe kann von blauen bis zu braunen Augen variieren. Im Sommer bekommen sie selten einen Sonnenbrand und werden eher braun. Dennoch besteht auch hier die Gefahr für Hautkrebs, die leider leicht unterschätzt wird, da Menschen mit Hauttyp III sich oft in falscher Sicherheit wiegen. Aussagen wie "ich bekomme nie einen Sonnenbrand" sollten nicht mit "ich bekomme nie Hautkrebs" gleichgesetzt werden.

Eigenschutzzeit: 20 bis 30 Minuten

Hauttyp IV

Merkmale:

  • bräunliche Hautfarbe
  • braune Haare
  • braune Augenfarbe

Menschen mit Hauttyp IV haben meistens braune Haare und Augen und werden im Sommer bei Sonneneinstrahlung sehr schnell braun. Dabei bekommen sie sehr selten einen Sonnenbrand und haben ein entsprechend etwas niedrigeres Risiko an Hautkrebs zu erkranken.

Dennoch sollte man sich auch mit Hauttyp IV nicht ungeschützt den UV-Strahlen aussetzen, da nicht nur die UV-B Strahlen, die für die Hautbräunung verantwortlich sind, sondern auch UV-A Strahlen unsere Hautzellen schädigen können und vorzeitige Hautalterung begünstigen.

Eigenschutzzeit: über 45 Minuten

Hauttyp V

Merkmale:

  • hellbraune bis dunkelbraune Hautfarbe
  • braune Augen
  • dunkelbraue bis schwarze Haare

Menschen mit Hauttyp V werden schnell und sehr intensiv braun und bekommen dabei nahezu nie einen Sonnenbrand. Das Hautkrebsrisiko ist eher gering, aber dennoch vorhanden. Deshalb sollte man sich auch mit dunkler Hautfarbe gut vor der Sonne und den verschiedenen UV-Strahlen schützen.

Eigenschutzzeit: über 60 Minuten

Hauttyp VI

Merkmale:

  • dunkelbraune bis schwarze Hautfarbe
  • dunkelbraune Augenfarbe
  • schwarze Haarfarbe
  • keine Sommersprossen

Auch wenn das Hautkrebsrisiko bei Menschen mit Hauttyp VI gering ist, gibt es leider keinen Hauttyp bei dem man sagen kann, dass überhaupt kein Risiko durch die UV-Strahlung besteht.

Eigenschutzzeit: über 90 Minuten

Zusammenfassung

Man kann also sagen, dass es eine "gesunde Bräune" eigentlich gar nicht gibt, denn sobald die Haut beginnt, sich dunkler zu färben, ist sie gestresst und in einem "Abwehrmodus". Dennoch freut man sich paradoxerweise jedes Mal, wenn man aus dem Urlaub kommt und die Freunde einem zur "gesunden Bräune" gratulieren. Leider ist in den letzten Jahren das Auftreten von Hautkrebs enorm gestiegen, weshalb man sich gut überlegen sollte, ob dieser Moment das Risiko wert ist.

In einer Studie der Universität Ulm konnte übrigens gezeigt werden, dass nur 24 % der Befragten in der Lage sind, ihren Hauttypen richtig einzuschätzen [12].

5. Veränderungen der Haut

Dass sich der Hautzustand mit der Zeit verändert ist jedem klar. Leider kann man sich der Hautalterung und den damit einhergehenden natürlichen Veränderungen nicht wirklich entziehen. Dabei wissen die Wenigsten, dass sich die Haut nicht nur im Laufe des Lebens, sondern auch im Laufe eines Monats oder sogar eines Tages zyklisch verändert [5].

Tagesrhythmus der Haut

Tagsüber: Schutz vor äußeren Einflüssen
Nachts: weniger Barrierefunktion, Regeneration

Im Laufe des Tages ist unsere Haut zahlreichen Umwelteinflüssen ausgesetzt, weshalb die Barrierefunktion im Vordergrund steht. Dadurch ist die Haut widerstandsfähiger gegenüber äußeren Reizen. Diesen Zustand kann man sich dadurch zunutze machen, indem man tagsüber

  • Peelings macht
  • stärkere Reinigungen durchführen kann (wenn nötig)
  • Kosmetikbehandlungen durchführen kann
  • die Barrierefunktion der Haut durch Sonnenschutz zusätzlich unterstützt.

Nachts steht die Regeneration im Vordergrund. Deshalb sollte man vor allem abends eher milde und hautfreundliche Produkte verwenden, und durch eine wirkstoffreiche Creme die Regenerationsprozesse der Haut unterstützen. Hier kann die Haut auch von rückfettenden Hautcremes profitieren. Dadurch, dass die Hautdurchblutung gesteigert ist, können die Inhaltsstoffe besser aufgenommen werden, was man durch eine leichte abendliche Gesichtsmassage (zum Beispiel beim Eincremen) gerne unterstützen kann.

Abends sollte man also

  • die Hautregeneration mit milden Produkten unterstützen
  • die Haut schonen und eher rückfettende Cremes verwenden (je nach Hautzustand)
  • gewünschte Wirkstoffe verwenden

Monatsrhythmus der Haut

Viele Frauen beklagen die Hautveränderungen, die während des Monatszyklus auftreten. Im Laufe des Monats schwanken die unterschiedlichen Hormonkonzentrationen, was die Grundlage für die monatliche Blutung ist [14].

Diese hormonellen Schwankungen sind der Grund für die Schwankungen unseres Hautbildes, da Östrogen in der ersten Zyklushälfte ansteigt und in der zweiten Hälfte wieder abfällt. Dieses Hormon ist bekannt dafür, dass es unsere Haut schön und geschmeidig macht und uns den gewünschten ebenen Teint schenkt.

Pflegetipps für die Periode:

  • Feuchtigkeitsspendende Pflegeprodukte
  • Der Haut Entspannung und Ruhe gönnen, keine aggressiven Reinigungen

Pflegetipps für die Follikelphase:

  • Zeit für Reinigungen und Peelings
  • Reichhaltige Masken und Cremes

Pflegetipps für die Ovulationsphase:

  • Peelings
  • Beste Zeit für kosmetische Behandlungen

Pflegetipps für die Lutealphase:

  • Nicht-komedogene Pflege verwenden
  • Tägliche milde Hautreinigung
  • Eventuell Salicylsäure, Milchsäure, Glykolsäure
  • Auf ausreichend Sonnenschutz achten
  • Auf Ernährung und Stresslevel achten, um das Hautbild nicht negativ zu beeinflussen

Hautalterung

Bereits ab Mitte 20 beginnt die Hautalterung, spätestens ab dem 30. Lebensjahr sind dann meistens die ersten Anzeichen in Form von kleinen Falten sichtbar.

Der Prozess der Hautalterung ist genetisch festgelegt und kann leider nicht aufgehalten werden. Allerdings spielen neben diesen intrinsischen Faktoren [15] auch zahlreiche extrinsische Faktoren eine wichtige Rolle. Diese kann man durchaus beeinflussen und die Hautalterung verlangsamen.

Natürliche Prozesse der Hautalterung

  • Stoffwechsel- und Syntheseleistung werden langsamer
  • Durchblutung nimmt ab
  • Elastizität nimmt ab (Kollagenfasern)
  • weniger Hyaluronsäure
  • weniger Talgproduktion, damit trockenere Haut

Äußere, verstärkende Faktoren der Hautalterung

  • UV-Strahlung!!!
  • Rauchen
  • Alkohol
  • Minderwertige und vitaminarme Ernährung
  • Viel Stress
  • Schlechte Luft
  • Schlechte Hautpflege

Tipps zur Hautpflege im Alter [16]:

  • Milde Reinigung, keine Aggressiven Seifen oder mechanische Peelings
  • Feuchtigkeitsspendende Pflege, rückfettende Cremes
  • Sonnenschutz
  • Coenzym Q10 (geringere Faltentiefe)
  • Retinol (erhöht Dicke der Epidermis)
  • Chemische Peelings (fördern Regeneration)
  • Hyaluronsäure (Verbesserung der Hautfeuchtigkeit)
  • Vitamin E, Vitamin C (antioxidativ)
  • Panthenol (Feuchtigkeit, entzündungshemmend, regenerativ)
  • Antioxidative Wirkstoffe

Fazit

Man kann zwischen Hautzustand und Hauttyp unterscheiden. Der Hautzustand kann sich im Laufe des Lebens ändern, wohingegen der Hauttyp genetisch festgelegt ist. Um die geeignete Pflege zu finden, sollte man wissen, in welchem Zustand sich die Haut gerade befindet, da sich daraus ihre Bedürfnisse ableiten.

Meistens entwickelt sich die Haut von einer eher fettigen Haut im Jugendalter hin zu einer eher trockenen Haut im höheren Alter. Dennoch können in jedem Alter die unterschiedlichsten Hautprobleme durch zahlreiche äußere und innere Einflüsse auftreten.

Wichtig bei der Pflege ist es dann, auf diese Probleme einzugehen und der Haut genau das zu geben, was sie gerade benötigt.

Die Hauttypen beziehen sich eher auf das Verhalten der Haut bei Sonneneinstrahlung. Je nachdem wie dunkel oder hell die Haut wird zwischen 6 Hauttypen unterschieden. Obwohl das Hautkrebsrisiko bei dunkleren Hauttypen geringer ist als bei Hellen, sollte man immer auf einen ausreichenden Sonnenschutz achten.

Quellen

[1] https://media.dav-medien.de/sample/9783804725355_p.pdf

[2] Hoffmann, S. L. (2016). Einfluss von Risikofaktoren, Umständen der Diagnosestellung und Früherkennungsmaßnahmen auf die Tumordicke nach Breslow bei Patienten mit malignem Melanom (Doctoral dissertation, Niedersächsische Staats-und Universitätsbibliothek Göttingen).

[3] Bährle-Rapp, M. (2007). Hautzustand. In Springer Lexikon Kosmetik und Körperpflege (pp. 251-251). Springer, Berlin, Heidelberg.

[4] Adler, Y. (2016). Haut nah. Alles über unser größtes Organ.

[5) Ellsässer, S. (2008). Pflegeanleitungen und Hautschutz für den ganzen Körper. Körperpflegekunde und Kosmetik: Ein Lehrbuch für die PTA-Ausbildung und die Beratung in der Apothekenpraxis, 159-193.

Bährle-Rapp, M. (2007).

[6] Panthenol. In Springer Lexikon Kosmetik und Körperpflege (pp. 399-399). Springer, Berlin, Heidelberg.

[7] STAUBER-REICHMUTH, G. I. S. E. L. A. Pflege der seborrhoischen, zu Akne neigenden Haut.

[8] Degitz, K., Placzek, M., Borelli, C., & Plewig, G. (2007). Pathophysiologie der Akne Pathophysiology of acne. Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft, 5(4), 316- 324.

[9] Nast, A., Bayerl, C., Borelli, C., Degitz, K., Dirschka, T., Erdmann, R., ... & Gollnick, H. (2010). S2k-Leitlinie zur Therapie der Akne. Journal der Deutschen dermatologischen gesellschaft, 8.

[10] Lam et al.: Hidradenitis Suppurativa (Acne inversa): Management of a Recalcitrant Disease. In: Pediatric Dermatology. Band: 24, Nummer: 5, 2007, doi: 10.1111/j.1525- 1470.2007.00544.x.| Open in Read by QxMDp.465-473.

[11] Fitzpatrick TB. The Validity and Practicality of Sun-Reactive Skin Types I Through VI. Arch Dermatol. 1988;124(6):869–871. doi:10.1001/archderm.1988.01670060015008

[12] Schneider, L. A., Neckermann, V., Dezham, P., & Eigentler, T. (2016). Patienten schätzen ihren Hauttyp zu dunkel ein. hautnah dermatologie, 32(5), 28-29.

[13] Lang, V. (2019). UV-induzierter nichtmelanozytärer Hautkrebs bei Außen-und Innenberufsgruppen: Eine Querschnittstudie (Doctoral dissertation, Technische Universität München).

[14] Janni et al.: Facharztwissen Gynäkologie. Elsevier 2017, ISBN: 978-3-437-29896-7.

[15] Zouboulis, C. C. (2003). Intrinsische Hautalterung. Der Hautarzt, 54(9), 825-832.

[16] Bayerl, C. (2005). Topische Externa in der Hautalterung. Der Hautarzt, 56(4), 328-339.